Was kann man im Herbst pflanzen? Hier z.B. ein Staudenbeet mit Astern und Wasserdost im Herbst bei Sonnenuntergang
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10. September 2026

Was kann man im Herbst pflanzen?

Der Herbst ist eine hervorragende Pflanzzeit für die meisten Stauden, Sträucher, Bäume, Rosen, Obstbäume und Blumenzwiebeln. Der Boden ist noch warm, die Temperaturen sind bereits kühler und es regnet häufiger. All das hilft den Pflanzen dabei, in Ruhe Wurzeln zu bilden.

Eigentlich also ziemlich gute Voraussetzungen, um im Garten noch einmal etwas anzupacken.

Trotzdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass die wenigsten Gartenbesitzer im September oder Oktober noch daran denken, ein neues Beet anzulegen oder einen Strauch zu pflanzen.

Warum eigentlich?

Der Herbst hat ein echtes Imageproblem.

Wenn die ersten Blätter fallen, beginnt für viele langsam der Endspurt im Garten. Jetzt wird Laub zusammengerecht, werden Beete aufgeräumt und die ersten Gedanken drehen sich schon darum, den Garten winterfest zu machen.

Neue Pflanzen setzen?

Machen wir doch erst im Frühjahr.

Oder?!

Wir glauben, dass dieser Gedanke einer der Gründe ist, warum der Herbst als Pflanzzeit so oft unterschätzt wird.

Denn während wir oberirdisch langsam sehen, wie der Garten ruhiger wird, passiert unter der Erde noch eine ganze Menge.

Und genau dort wird es jetzt spannend…

Draußen wird es kälter, unter der Erde aber noch lange nicht.

Vielleicht ist das dein Gedanke: „Hat die Pflanze jetzt überhaupt noch genug Zeit, um richtig einzuwachsen, bevor der Winter kommt?“

Eine berechtigte Frage. Schließlich sieht man im Herbst nicht mehr besonders viel Wachstum im Garten. Da könnte man schnell denken, dass jetzt auch unter der Erde nichts mehr passiert.

Aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Der Boden hat sich über den Sommer erwärmt und gibt diese Wärme nur langsam wieder ab. Deshalb kann er noch lange gute Bedingungen für neues Wurzelwachstum bieten.

Bei vielen Pflanzen liegt das optimale Wurzelwachstum ungefähr zwischen 10 und 20°C Bodentemperatur.

Und selbst wenn der Boden weiter abkühlt, ist noch nicht sofort Schluss. Bei den meisten Pflanzenarten wächst das Wurzelsystem, bis die Bodentemperatur unter etwa 5 Grad sinkt.

Das heißt: Auch wenn die Luft bereits ordentlich kalt ist, bildet eine frisch gepflanzte Staude im noch nicht gefrorenen Boden trotzdem noch neue Wurzeln. Sie verankert sich mehr und mehr an ihrem neuen Standort und erschließt sich Wasser und Nährstoffe.

Und genau das ist ja unser Ziel nach jeder Pflanzung.

Die Pflanze muss vor dem Winter nicht erst noch zu einem riesigen Prachtexemplar heranwachsen. Sie muss vor allem Wurzeln bilden und sich am neuen Standort etablieren.

Im Frühjahr muss die Pflanze alles gleichzeitig schaffen

Stell dir vor, du pflanzt dieselbe Pflanze erst im Frühjahr.

Kaum hast du sie an ihrem neuen Standort eingepflanzt, geht es auch schon los. Sie soll neue Wurzeln bilden, Triebe wachsen lassen, Blätter entwickeln und vielleicht sogar schon blühen.

Und das alles möglichst gleichzeitig.

Währenddessen werden die Tage wärmer, die Sonne kräftiger und der Wasserbedarf steigt. Besonders wenn nach dem Pflanzen eine trockene oder warme Phase kommt, kann das für eine frisch gepflanzte Staude ziemlich anstrengend werden.

Das ist ein bisschen so, als würdest du zu einem Marathon erst loslaufen, wenn alle anderen schon ein paar Kilometer hinter sich haben.

Nicht die besten Voraussetzungen.

Bei einer Herbstpflanzung ist alles deutlich entspannter.

Wenn im Frühjahr die neue Gartensaison beginnt, hat die Pflanze, die im Herbst gepflanzt wurde, idealerweise schon einen Teil der Arbeit hinter sich. Sie hat ein Wurzelsystem aufgebaut, mit dem sie Wasser und Nährstoffe besser erreichen kann.

Und genau diesen Unterschied erleben wir in unseren Kundengärten immer wieder. Pflanzen, die im Herbst gesetzt wurden, sehen im Frühjahr oft erstaunlich schnell so aus, als hätten sie schon deutlich länger dort gestanden.

Die starten nicht bei null, sondern können mit ihrem Vorsprung direkt loslegen.

Weniger Hitze. Weniger Durst. Weniger Stress.

Ein weiterer Vorteil des Herbstes klingt zunächst ziemlich unspektakulär, ist für frisch gepflanzte Pflanzen aber enorm wichtig: Sie verlieren weniger Wasser.

Wenn die Lufttemperaturen niedriger sind und die Sonneneinstrahlung weniger intensiv ist, verdunstet über die Blätter weniger Wasser.

Gleichzeitig bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden. Dazu kommt, dass es im Herbst bei uns normalerweise häufiger regnet als im Hochsommer.

Für eine frisch gepflanzte Staude oder ein Gehölz sind das angenehme Bedingungen. Die Wurzeln können sich entwickeln, ohne dass die Pflanze gleichzeitig gegen Hitze und Trockenheit ankämpfen muss.

Natürlich bedeutet Herbstpflanzung nicht, dass du den Gartenschlauch schon einwintern kannst. Bei trockener Witterung müssen frisch gepflanzte Pflanzen auch im Herbst gegossen werden. Aber das ist kein Vergleich zu einem trockenen Frühjahr oder gar Sommer.

Was kann man im Herbst pflanzen?

Nachdem wir nun so viel über Wurzeln, Bodentemperaturen und Wasser gesprochen haben, wird es Zeit für die praktische Frage:

„Was pflanze ich im Herbst?

Die kurze Antwort lautet: es geht ziemlich viel.

Stauden, Sträucher, Rosen, Obstgehölze und viele Bäume können im Herbst problemlos gepflanzt werden. Auch Blumenzwiebeln gehören jetzt in die Erde.

Wir wollen dir aber nicht vorenthalten, dass es ein paar Ausnahmen gibt. Denn nicht jede Pflanze ist gleich gut für das Umpflanzen kurz vor dem Winter geeignet. Darüber sprechen wir aber gleich.

Stauden lieben Herbstpflanzung

Für die allermeisten Stauden ist der Herbst eine hervorragende Pflanzzeit.

Gerade bei neu angelegten Staudenbeeten sehen wir das im nächsten Jahr immer sehr deutlich: Die Pflanzen haben einen Entwicklungsvorsprung und wirken oft erstaunlich schnell so, als würden sie schon viel länger dort stehen.

Ab September kannst du viele Arten problemlos pflanzen, solange der Boden frostfrei ist. Gerade robuste Stauden haben jetzt gute Bedingungen, um sich bis zum Frühjahr an ihrem neuen Platz einzuwurzeln.

Unbedingt im Herbst in die Erde müssen Pfingstrosen, die du wurzelnackt gekauft hast. Sie bilden ihre Feinwurzeln im Herbst und benötigen die Zeit bis zum Frühjahr unbedingt, um gut einzuwurzeln.

Ausnahmen sind empfindlichere Stauden-Arten, die wir dir weiter unten in diesem Beitrag auflisten.

Besonders interessant ist die Herbstpflanzung unter größeren Bäumen und Sträuchern.

Erfahrungsgemäß haben es Stauden dort oft besonders schwer.

Vielleicht kennst du das: Ein schöner Baum im Garten mit ein paar Stauden als Unterpflanzung, aber irgendwie wachsen die dort nicht so richtig…

Das liegt nicht nur daran, dass unter einem Baum weniger Licht ankommt.

Oft ist der Boden dort auch sehr trocken.

Kein Wunder, denn während der Vegetationszeit nehmen die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern reichlich Wasser aus dem Boden auf.

Und da haben frisch gepflanzte Stauden erst einmal schlechte Karten, weil für sie schlicht kein Wasser übrig bleibt in der oberen Bodenschicht.

Im Herbst wird diese Konkurrenz ums Wasser deutlich geringer.

Bäume und Sträucher haben weniger Laub, wachsen kaum noch und ziehen dadurch auch weniger Wasser aus dem Boden. Für neu gepflanzte Stauden bleibt also mehr Wasser übrig.

Sträucher, Rosen, Bäume und Obstgehölze: ebenfalls sehr gerne im Herbst.

Es gibt für viele Sträucher und Bäume keine bessere Pflanzzeit als den Herbst. Baumschulen haben zu dieser Zeit Hochsaison und auch wir haben im Herbst die meisten Gehölze verkauft, als wir noch unsere Staudengärtnerei hatten.

Für Pflanzen im Topf bzw. Container ist es relativ egal, wann im Herbst sie gepflanzt werden.

Gehölze, die in der Baumschule direkt im Boden wachsen, sollten frühestens ab Ende Oktober gepflanzt werden.

Denn sie können erst ausgegraben und verpflanzt werden, wenn sie anfangen ihr Laub zu verlieren.

Genauso ist es bei den wurzelnackten Gehölzen, die ohne Ballen und ohne Topf aus der Baumschule kommen und ihre Energie nach dem Pflanzen ganz auf das Anwachsen konzentrieren können.

Immergrüne lieber früher pflanzen

Bei immergrünen Pflanzen sieht die Sache wieder etwas anders aus.

Sie behalten ihre Blätter und verdunsten deshalb auch im Winter weiterhin Wasser. Hat sich das Wurzelsystem nach einer späten Pflanzung noch nicht ausreichend am neuen Platz entwickelt, kann die Pflanze bei Frost oder trockenem Winterwetter mehr Wasser verlieren, als sie über die Wurzeln aufnehmen kann.

Sie vertrocknet dann regelrecht. Das Tückische daran: Von außen sieht der Boden feucht aus. Trotzdem kann die Pflanze schlicht verdursten.

Deshalb gilt hier: Wenn du Immergrüne im Herbst pflanzen möchtest, dann bitte möglichst früh, idealerweise im September. Zusätzlich kann ein vorübergehender Schutz mit einem luftdurchlässigen Vlies oder Schattiernetz sinnvoll sein, damit weniger Sonnenlicht an die Blätter kommt.

Und dann wären da noch die Blumenzwiebeln

Bei Blumenzwiebeln ist die Sache besonders eindeutig. Tulpen, Narzissen, Krokusse, Zierlauch und viele andere Zwiebelpflanzen werden im Herbst gesetzt.

Das hat einen einfachen Grund: Die Zwiebeln brauchen den Herbst, um Wurzeln zu bilden und den Kältereiz im Winter, damit sie im Frühling zum Blühen kommen können.

Solange der Boden frostfrei ist, kannst du Blumenzwiebeln noch setzen.

Wer im zeitigen Frühjahr gerne auf ein volles, farbiges Beet schauen möchte, sollte den Herbsttermin nicht verpassen.

Auch der Gemüsegarten geht noch lange nicht in den Winterschlaf

Im Nutzgarten kannst du im Herbst ebenfalls noch einiges unterbringen.

Wir pflanzen jetzt Knoblauch, Frühlingszwiebeln und die Zuckererbse ‚Norli‘. In unser Foliengewächshaus setzen wir außerdem noch verschiedene Salate.

Es funktioniert aber auch geschützt im Frühbeet oder unter einem Frostschutzvlies, wo sich die Salate über den Winter kultivieren und an frostfreien Tagen ernten lassen.

Kopfsalat und Eisbergsalat sollten dagegen im September ausgesät werden, damit sie noch vor dem Frost erntereif werden.

Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich noch einen Blick auf den Rasen werfen.

Ja, sogar der Rasen darf jetzt noch ran

Auch für den Rasen ist der Herbst eine gute Zeit. Der Boden ist noch warm genug, damit die Samen keimen können.

Wenn du – so wie wir – nach heißen, trockenen Sommern auch kahle Stellen im Rasen hast, kannst du jetzt noch gut nachsäen.

Will man einen Rasen komplett neu anlegen, profitiert man auch von der höheren Feuchtigkeit im Herbst und muss meist nicht so oft bewässern wie in wärmeren Monaten.

Ein Überblick: Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen im Herbst?

Herbst ist nicht gleich Herbst. Je nach Pflanze und Bodentyp macht ein früherer oder späterer Pflanztermin einen Unterschied.

Als kleine Orientierung:

ab September:

  • Immergrüne Pflanzen sowie mediterrane Stauden (bei passendem, gut durchlässigem Standort).
  • Stauden, Sträucher, Rosen und Obstgehölze in Töpfen / Containern 
  • Neuanlage und Nachsaat von Rasen
  • Salate aussäen für eine Ernte vor dem Frost
  • Knoblauch stecken, Frühlingszwiebeln, Spinat und Zuckererbse ‚Norli‘ aussäen

ab Oktober:

  • Tulpen, Narzissen, Krokusse und andere Blumenzwiebeln, solange der Boden noch frostfrei ist.

ab Ende Oktober:

  • Wurzelnackte Bäume, Sträucher und Heckenpflanzen (ab dem Laubfall) 
  • Bäume, Sträucher, Heckenpflanzen mit Erdballen

Was muss ich beim Pflanzen im Herbst beachten?

Eigentlich ist das Pflanzen im Herbst kein Hexenwerk. Ein Loch, eine Pflanze, Erde drauf, fertig?

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Ein paar Kleinigkeiten entscheiden darüber, ob die Pflanze gut ins neue Gartenleben startet.

Der Boden sollte mitspielen

Pflanze nicht in gefrorenen Boden.

Klingt logisch, wird aber spätestens dann relevant, wenn man im Dezember noch schnell „dieses eine Beet fertig machen“ möchte (Anmerkung: mit Eispickel pflanzen macht keinen Spaß… Ja, ganz eventuell haben wir das schon mal in unserem eigenen Garten gemacht… Aber das ist eine andere Geschichte!)

Auch komplett durchnässte Erde ist keine gute Idee.

Besonders auf schweren Böden kann sich Wasser im Pflanzbereich stauen, und das mögen viele Pflanzen überhaupt nicht.

Ist die Erde dagegen noch gut zu bearbeiten, steht der Pflanzung nichts im Weg.

Das Pflanzloch darf ruhig etwas großzügiger sein

Das Pflanzloch sollte ausreichend groß sein, damit die Wurzeln bequem Platz finden.

Bei Containerpflanzen reißt du vor dem Einsetzen außerdem den Wurzelballen etwas auf, wenn die Wurzeln stark am Rand entlanggewachsen sind. So bekommt die Pflanze einen besseren Start in den umgebenden Boden.

Und bitte nicht tiefer pflanzen als vorher.

Die Oberkante des Wurzelballens sollte ungefähr auf dem Niveau des umliegenden Bodens liegen. Bei Gehölzen gilt das ganz besonders: Die Veredelungsstelle bei veredelten Pflanzen darf nicht unter die Erde.

Einmal richtig angießen

Nach dem Pflanzen wird gründlich angegossen.

Nicht nur ein kleines Schlückchen für die gute Stimmung, sondern so, dass die Erde rund um den Wurzelballen und der Ballen selbst durchdringend durchfeuchtet wird.

Damit schließen sich außerdem größere Hohlräume im Boden und die Wurzeln bekommen direkten Kontakt zur Erde.

Düngen und Mulchen nach dem Pflanzen im Herbst?

Eine große Düngergabe brauchen frisch gepflanzte Pflanzen im Herbst in der Regel nicht. Denn jetzt geht es nicht darum, möglichst viel neues Blattwerk zu produzieren.

Wer möchte, kann trotzdem Hornspäne und Urgesteinsmehl direkt in das Pflanzloch geben.

Die Hornspäne werden von Bodenorganismen nach und nach zersetzt und setzen dabei Stickstoff frei. Ebenso passiert es mit den Nährstoffen aus dem Urgesteinsmehl.

Bei ausreichenden Bodentemperaturen sind die dafür verantwortlichen Bodenorganismen aktiv. Und wenn die Pflanze im Frühjahr wieder richtig durchstartet, stehen ihr die Nährstoffe zur Verfügung.

Eine lockere Mulchschicht kann für viele Pflanzen sinnvoll sein.

Sie schützt den Boden vor starken Temperaturschwankungen und hilft dabei, die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßiger zu halten.

Nur bitte keinen Mulch direkt an den Stamm oder die Pflanzenbasis geben. Auch Pflanzen mögen es nicht, wenn ihnen plötzlich die Luft ausgeht.

Bei empfindlichen Pflanzen darf es etwas mehr Schutz sein

Empfindliche Herbstpflanzungen können einen zusätzlichen Winterschutz gebrauchen. Eine Schicht aus trockenem Laub eignet sich beispielsweise gut für viele Stauden.

Bei Immergrünen kann in besonders exponierten Lagen ein luftiger Schutz vor Wintersonne sinnvoll sein. Wichtig ist dabei: Schutz ja, luftdichtes Einpacken nein.

Was sollte man besser nicht im Herbst pflanzen?

Bei aller Begeisterung für die Herbstpflanzung: Es gibt Pflanzen, bei denen wir eher sagen würden: Warte noch ab.

Denn nur weil eine Pflanze im September noch prächtig in der Gärtnerei steht, heißt das nicht automatisch, dass sie kurz vor dem Winter auch noch in den Garten möchte. Hier müssen wir differenzieren.

Empfindliche Pflanzen lieber im Frühjahr setzen

Nicht ganz zuverlässig winterharte Pflanzen haben im Herbst einen schwereren Start.

Dazu gehören zum Beispiel die Prachtkerze (Gaura), das Pampasgras (Cortaderia) oder das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis). Sie können zwar auch im Herbst gepflanzt werden, brauchen dann aber einen guten Winterschutz.

Wer es sich einfacher machen möchte, wartet mit der Pflanzung dieser Arten bis zum Frühjahr.

Mediterrane Pflanzen brauchen den richtigen Platz

Lavendel, Salbei, Rosmarin und andere mediterrane Stauden und Halbsträucher können grundsätzlich auch im Herbst gepflanzt werden.

Aber hier kommt es sehr darauf an, wo sie wachsen sollen.

An einem sonnigen Platz mit durchlässigem Boden können diese Arten im September noch problemlos gepflanzt werden. Bei schwerer Erde, in der sich im Winter gerne Wasser sammelt, würden wir dagegen lieber bis zum Frühjahr warten.

Wenn dein Garten schweren Boden hat

Schwere Böden, die zu Staunässe neigen, sind im Herbst ein Sonderfall.

Denn eigentlich klingt die Kombination aus warmem Boden und ausreichend Feuchtigkeit ja perfekt. Für die Wurzeln ist zu viel Wasser aber genauso wenig hilfreich wie zu wenig.

Wurzeln brauchen Wasser. Aber sie brauchen auch Luft.

Wenn der Boden dauerhaft nass ist, werden die Bodenporen mit Wasser gefüllt und es gelangt weniger Sauerstoff an die Wurzeln. Gerade im Winter, wenn kaum Wachstum stattfindet und der Boden nur langsam abtrocknet, kann das für manche Pflanzen zum Problem werden.

Wenn du also einen schweren Boden hast, in dem nach einem Regenguss das Wasser erst einmal länger stehen bleibt, würden wir viele Pflanzen lieber im Frühjahr setzen.

Das ist übrigens ein schönes Beispiel dafür, warum man bei der Frage nach der richtigen Pflanzzeit nicht einfach nur auf den Kalender schauen sollte.

So einfach ist Garten dann doch wieder nicht.

Zum Glück. Sonst wäre es ja ziemlich langweilig.

Fazit: Herbst ist Pflanzzeit! Und zwar eine richtig gute.

Wenn im Garten langsam die Blätter fallen, ist die Gartensaison noch lange nicht vorbei.

Im Gegenteil: Für viele Pflanzen beginnt jetzt eine ziemlich angenehme Zeit, um ihren neuen Platz zu erobern. Der Boden ist noch warm, die große Sommerhitze ist vorbei und die Bedingungen sind deutlich entspannter.

Du kannst also ohne Sorge zum Spaten greifen.

Stauden, Sträucher, Rosen, Obstgehölze und viele Bäume können jetzt gepflanzt werden. Pfingstrosen und Blumenzwiebeln müssen im Herbst in die Erde, wenn du dich im Frühjahr über ihre Blüten freuen möchtest.

Ein bisschen genauer hinschauen solltest du bei empfindlichen Pflanzen, Immergrünen sowie bei schweren Böden. Da lohnt sich meist die Pflanzung im Frühherbst oder das Warten auf das Frühjahr.

Ansonsten nutze eine der besten Pflanzzeiten des Jahres genau dafür, was sie kann: deinem Garten einen Vorsprung für das nächste Frühjahr zu verschaffen.

Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für dein Gartenprojekt

Vielleicht denkst du schon länger darüber nach, ein Beet neu zu bepflanzen.

Oder es gibt diese eine Ecke im Garten, mit der du einfach nicht so richtig zufrieden bist. Ein Bereich, der irgendwie unfertig aussieht. Zu leer. Oder schlicht nicht das ist, was du dir eigentlich vorgestellt hast.

Und vielleicht hast du dir bisher gesagt: „Das mache ich dann im Frühjahr.“

Warte nicht damit.

Ein neues Staudenbeet, eine Bepflanzung entlang der Terrasse, ein paar Sträucher als Sichtschutz oder auch ein neuer Baum: Vieles davon lässt sich jetzt im Herbst wunderbar umsetzen. Schreib uns, wenn wir dich dabei unterstützen dürfen.

FAQ: Häufige Fragen zum Pflanzen im Herbst

Herbst oder Frühjahr: Welche Zeit ist besser, um ein neues Staudenbeet anzulegen?

Der Herbst ist grundsätzlich die bessere Zeit, um ein neues Staudenbeet anzulegen. Aufpassen sollte man aber, wenn man auch empfindlichere Pflanzen wie mediterrane oder weniger gut winterharte Stauden pflanzen möchte. Für die ist das Frühjahr die bessere Zeit.

Ist der September besser zum Pflanzen als der November?

Früher gepflanzte Pflanzen haben mehr Zeit zum Einwurzeln. Aber auch im November kann eine Pflanzung noch sinnvoll sein, wenn die Pflanze winterhart und der Boden nicht gefroren ist.

Bis wann kann man pflanzen?

Solange der Boden frostfrei ist, können viele Pflanzen noch bis weit in den Herbst, manchmal sogar bis in den Winter hinein gepflanzt werden. Bei empfindlichen Pflanzen sollte man aber nicht unnötig lange warten.

Warum soll ich mit dem Pflanzen nicht bis zum Frühling warten?

Weil die Pflanze im Herbst in Ruhe Wurzeln bilden kann, bevor sie im Frühjahr gleichzeitig wachsen, Blätter und evtl. Blütenknospen entwickeln muss. Sie startet dadurch mit einem Vorsprung in die neue Gartensaison. Außerdem ist der Pflegeaufwand für dich meist geringer, weil du weniger gießen musst.

Überstehen Pflanzen, die ich im Herbst pflanze, den Winter wirklich?

Ja, die meisten winterharten Pflanzen überstehen eine Herbstpflanzung problemlos. Sie haben genügend Zeit, an ihrem neuen Platz einzuwurzeln, bis der Boden gefriert. Bei empfindlichen Pflanzen sollte aber der richtige Pflanzzeitpunkt, der Standort und gegebenenfalls ein passender Winterschutz beachtet werden.

Bild von Stephanie Strasser

Stephanie Strasser

Stephanie studierte Gartenbau an der FH Weihenstephan und leitete zusammen mit ihrem Mann Andreas elf Jahre lang die Staudengärtnerei Strasser. Sie hat ein gutes Auge für stimmige Pflanzkompositionen und schöne Gartenbilder und hält beides gerne mit ihrer Kamera fest. Besonders am Herzen liegen ihr naturnahe Gärten und die Förderung der heimischen Pflanzen- und Insektenwelt.

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